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Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist seid 1994 im Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG), §§ 3 ff. für Angestellte und Arbeiter, einheitlich geregelt. Was Sie für Rechte bei der Lohnfortzahlung haben erfahren Sie hier:

Krankenschein - Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

 

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist dann möglich wenn alle genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Der Arbeitgeber muss für einen Zeitraum von sechs Wochen einen Betrag (Lohnfortzahlung) zahlen, den der erkrankte Arbeitnehmer in der gleichen Höhe als Gehalt bezogen hätte. Das heißt, eine Lohnfortzahlung erfolgt immer zu 100 Prozent des eigentlichen Arbeitsentgeltes. Überstunden sind von dieser Regelung allerdings ausgenommen.

Kommt es zu weiteren Erkrankungen des Arbeitnehmers und dementsprechender Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kann der Anspruch auf eine Lohnfortzahlung für die jeweilige Krankheit neu geltend gemacht werden. Handelt es sich aber bei den Neuerkrankungen um dasselbe Grundleiden, erfolgt eine Lohnfortzahlung erst dann erneut, wenn der Arbeitnehmer wieder weitere sechs Monate ohne Unterbrechung gearbeitet hat beziehungsweise ein Jahr seit der letzten Lohnfortzahlung vergangen ist.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Für eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Lohnfortzahlung:

Krankheit und Mitteilungspflicht

Bei einer Krankheit handelt es sich um eine geistige oder körperliche Beeinträchtigung, die zu einer Arbeitsunfähigkeit führen kann und/oder eine heilende Behandlung notwendig macht. Art und Ursache sind dabei zunächst unerheblich. Erkrankt ein Arbeitnehmer, so hat er dies seinem Arbeitgeber sofort mitzuteilen. Nur so kann die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall rechtzeitig erfolgen.

2. Lohnfortzahlung:

Nachweis durch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch ärztliches Attest

Dauert eine Erkrankung mehr als drei Tage an, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, innerhalb von drei Tagen, spätestens jedoch am vierten Tag, eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen, um eine fristgemäße Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu erhalten. Einige Arbeitgeber verlangen jedoch auch eine sofortige Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Die Wahl des Arztes obliegt allein dem Arbeitnehmer.

Anmerkung: Arbeitnehmer, die „blau machen“, um möglicherweise anderweitig schwarz zu arbeiten, laufen Gefahr, sofort entlassen zu werden. Eine Lohnfortzahlung erhalten sie natürlich nicht. Besteht der begründete Verdacht, kann der Arbeitgeber einen Detektiv engagieren, um den Arbeitnehmer beobachten zu lassen. Die dadurch entstandenen Kosten trägt der Arbeitnehmer – aber natürlich nur, wenn sich der Verdacht bestätigt!

3. Lohnfortzahlung:

Verschulden der Krankheit

Der Arbeitnehmer darf, um eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu erhalten, die Erkrankung nicht selbst verschuldet haben.

Wird beispielsweise eine stark befahrene Straße leichtfertig überquert, liegt eine Schuld vor. Bei einer geringfügigen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit jedoch noch nicht. Aber: Wer mit einem Automobil unterwegs und dabei nicht angeschnallt ist, hat die Arbeitsunfähigkeit bei einem Unfall selbst verschuldet und kann nicht mit einer Lohnfortzahlung rechnen. Kommt es zu einem legalen Abbruch einer Schwangerschaft, liegt kein Verschulden vor. Ist ein Arbeitnehmer nach einer getätigten Organspende dagegen arbeitsunfähig, trägt er laut Bundesarbeitsgericht die Schuld dafür. Bei sportlichen Aktivitäten entscheidet die Rechtsprechung flexibler. „Sportarten“ wie Fingerhakeln, Amateurboxen, Drachenfliegen oder Fußball sind jeweils zulässig, solange die dafür notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Kleinunternehmen

Kleinunternehmen sind Unternehmen, die in der Regel weniger als zwanzig Mitarbeiter beschäftigen. Hierfür sieht das Lohnfortzahlungsgesetz gemäß § 10 eine Lohnfortzahlung für gesetzlich Versicherte von 80 Prozent des Ursprungsgehalts vor. Mit dieser Regelung soll ein Ausgleich der erhöhten wirtschaftlichen Belastung stattfinden.

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