Allgemein

Wann muss der Arbeitnehmer die Krankmeldung einreichen?

Die Krankmeldung – Ein Arbeitnehmer hat im Krankheitsfall etliche Rechte, ein Arbeitgeber jedoch auch. Letztere richten sich in erster Linie gegen „Blaumacher“. Fakt ist: Wen es so richtig erwischt hat, der sollte besser zu Hause bleiben und sich erholen. Grundsätzlich gibt es bei einer Krankmeldung jedoch einiges zu beachten.

Krankengeld © Jarmoluk

Was beachten bei der Krankmeldung?

Ein Arbeitnehmer ist gesetzlich dazu verpflichtet, seinem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit unverzüglich mitzuteilen. Dies gilt auch für die voraussichtliche Dauer des Arbeitsausfalls. Diese Regelung legt das Entgeltfortzahlungs-Gesetz fest. Die Krankmeldung muss dementsprechend am selben Tag erfolgen, wahlweise per Telefon oder per E-Mail. Über die Art und Weise der Erkrankung muss der Arbeitnehmer jedoch keine Auskunft geben.

Lohnfortzahlung

Wann ist neben der Krankmeldung auch eine ärztliche Bescheinigung nötig?

Wenn die Krankheit länger als drei Kalendertage andauert, ist neben der Krankmeldung auch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung notwendig. Hierbei sind die Kalendertage wichtig, nicht aber die Arbeitstage. Wer also zum Beispiel an einem Freitag zu Hause bleibt, muss die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung spätestens am Montag bei seinem Chef einreichen. Abweichungen von der gesetzlichen Regelung sind möglich, wenn dies im Tarifvertrag entsprechend festgelegt wurde. Hiernach kann ein Arbeitgeber den Kranken-Schein auch schon am ersten Tag einfordern.

Dürfen Arbeitgeber ihre Angestellten nach einer Krankmeldung überprüfen?

Wenn ein Arbeitnehmer eine Krankmeldung borbringt? So wird er vorwiegend zu Hause bleiben, um die Erkrankung auszukurieren. Ein Chef kann seinen Mitarbeiter zu Hause besuchen, um die Sachlage zu prüfen. Auch kann er einen Detektiv engagieren, der die Krank-Meldung im positiven Falle bestätigt. Wer eine Krankmeldung vorbringt, ohne dass er tatsächlich krank ist, läuft Gefahr, fristlos entlassen zu werden. Auch wer beispielsweise wegen eines abgelehnten Urlaubs-Antrags mit einer Krankmeldung droht und diese dann auch in die Tat umsetzt, muss mit einem sofortigen Rauswurf rechnen.

 Kann ein Arbeitnehmer aufgrund einer Krankmeldung entlassen werden?

Es ist möglich, dass der Arbeitgeber wegen einer Krankmeldung die Kündigung ausspricht. In aller Regel passiert dies aber nur, wenn der Arbeitnehmer regelmäßig ausfällt und dadurch der Betriebs-Ablauf gestört wird. Auch wenn eine schlechte Gesundheits-Prognose gestellt wird, kann es nach einer Krankmeldung zur Kündigung kommen. Betroffene können dies aber mit Hilfe von Gutachten und Attesten widerlegen.

Wie lange erhält ein Arbeitnehmer die Lohnfortzahlung?

Bei einer Krankmeldung erhält ein Arbeitnehmer sechs Wochen lang eine sogenannte Lohnfort-Zahlung. Der Anspruch auf diese Entgeltleistung erneuert sich, sofern der Angestellte für einen Mindestzeitraum von 6 Monaten nicht unter derselben Krankheit litt und entsprechend arbeitsunfähig war oder mindestens ein Jahr vorbei ist.

Was ist bei einer Krankmeldung aus dem Ausland zu beachten?

Das Schlimmste, was im Urlaub passieren kann, ist der Gepäck Verlust oder ein Diebstahl. Aber auch eine Erkrankung kann den schönsten Urlaub schnell zunichte machen. Alles beginnt bereits mit der Suche nach einem geeigneten Arzt. Je nachdem, in welchem Land man sich befindet, könnte dies eine schwierige Aufgabe werden.

Arbeitnehmer, die während ihres Urlaubs erkranken, müssen wie alle anderen eine Krank-Meldung und ein AU vorbringen. Innerhalb der EU-Staaten ist die Krankmeldung einfach. Darüber hinaus gilt das simple Verfahren auch für Staaten, mit denen ein Sozialversicherungs-Abkommen geschlossen worden ist. Die Krankmeldung muss zwar auch hier unverzüglich erfolgen, der Krankenschein kann aber bei einer ausländischen Krankenkasse eingereicht werden. Diese leitet die Daten sodann an die deutsche Krankenkasse und das Unternehmen weiter. Für alle anderen Länder gilt diese Vereinfachung nicht. Hier muss eine sofortige Krankmeldung erfolgen und der Krankenschein muss direkt an die deutsche Krankenkasse sowie den Arbeitgeber geschickt werden, und zwar in dem gesetzlichen oder tarifvertraglich geregelten Zeitraum.

Die Krankmeldung muss jeweils mit Angabe der voraussichtlichen Dauer und der Adresse am jeweiligen Aufenthaltsort erfolgen. Die Kosten der Datenübermittlung trägt laut Gesetz der Arbeitgeber (EFZG § 5 Abs. 2 Satz 2). Der Arbeitnehmer kann also ohne Rücksicht auf die Entstehung eventueller Kosten den schnellstmöglichen Weg der Krankmeldung wählen – geregelt im EFZG § 5 Abs. 2 Satz 1.

Wann ist ein Krankenschein neben einer Krankmeldung erforderlich?

Dauert eine Erkrankung länger als drei Tage an, muss der Arbeitnehmer neben der Krankmeldung einen Krankenschein / eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei seinem Arbeitgeber einreichen. In einzelnen Fällen verlangt der Arbeitgeber diese Bescheinigung auch sofort, zum Beispiel wenn es explizit so im Tarif- oder Arbeitsvertrag geregelt wurde. Um Schwierigkeiten zu vermeiden, sollte sich jeder die Bestimmungen zur Krankmeldung genau durchlesen.

Was muss ein Vorgesetzter wissen?

Neben der eigentlichen Krankmeldung erhält der Chef wie bereits erwähnt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, auf der die voraussichtliche Krankheitsdauer vermerkt ist. Aus dem Krankenschein geht nicht hervor, um welche Art der Krankheit es sich handelt. Hier ist es dem Arbeitnehmer grundsätzlich selbst überlassen, ob er seinen Arbeitgeber darüber informieren möchte oder nicht. Gesetzlich verpflichtet ist er dazu nicht.

Wie lange erhält ein erkrankter Arbeitnehmer Lohnfortzahlungen?

Außerdem gibt es die Entgeltfortzahlung seitens des Arbeitgebers immer für 6 Wochen (42 Kalendertage). Dafür muss der Arbeitnehmer mindestens vier Wochen ohne Unterbrechung in dem Unternehmen tätig gewesen sein. Nach Ablauf dieses Zeitraumes kann der Arbeitnehmer Krankengeld beanspruchen. Praktisch: Das übernimmt die Krankenkasse. Voraussetzung für die Entgeltfortzahlung ist eine ordnungsgemäße Krankmeldung.

Darf ein kranker Arbeitnehmer die Wohnung oder das Haus verlassen?

Grundsätzlich gilt: Wer arbeitsunfähig ist, ist nicht zwangsläufig bettlägerig. Ein Spaziergang oder ein Einkauf im Supermarkt ist kein Grund, die Entgeltfortzahlung einzustellen. In vielen Fällen ist ein Spaziergang an der frischen Luft sogar heilungsfördernd. Erwischt ein anderer Sie zum Beispiel auf einer anderen „Baustelle“, obwohl eine Krankmeldung vorliegt. So müssen Sie damit rechnen, dass der Arbeitgeber die Zahlung verweigert.

Darf ein Arbeitnehmer trotz Krankmeldung arbeiten?

Natürlich muss niemand trotz der ärztlichen Diagnose einen Krankenschein vorbringen. Ob das die Genesung voranbringt, ist allerdings fraglich. Auch kann ein solches Verhalten im schlimmsten Fall rechtliche Konsequenzen haben, nämlich dann, wenn der Betroffene wegen der Krankheit in einen Unfall verwickelt ist.

Ist es möglich, während der Arbeitszeit zum Arzt zu gehen?

Ein Arbeitnehmer darf, wenn er Beschwerden hat, während der Arbeitszeit zum Arzt gehen. Dabei darf jedoch nicht übermäßig viel Zeit verloren gehen und auch wichtige Termine sollten in dieser Zeit nicht anstehen. Die Krankmeldung erfolgt in diesem Fall sofort. Sollte es zu einer Krankschreibung kommen, ist die Bescheinigung unverzüglich vorzulegen.

Krankmeldung im Urlaub

Das Bundesarbeitsgericht hat festgestellt: „Wer krank ist, kann nicht ‚in Urlaub‘ sein.“ Wird jemand also in seiner Urlaubszeit krank, so wird der Urlaub unterbrochen. Die Krankheitstage werden quasi gutgeschrieben. Wichtig sind eine sofortige Krankmeldung und die Vorlage eines ärztlichen Attests.

To Top